Schneemessreihen Hochfilzen (960 m)

Hochfilzen ist die mit Abstand schneereichste Gemeinde des Landes Tirol. Die Messreihe des Hydrographischen Dienstes Tirol geht bis in das Jahr 1896 zurück. Als weitgehend plausibel gelten die Daten ab 1928/29, bei den Neuschneesummen setzen die Aufzeichnungen im Winter 1947/48 ein. Das Messfeld des Hydrographischen Dienstes liegt derzeit auf einer Seehöhe von 960 Metern.

 

1) Die mittlere jährliche Neuschneesumme in Hochfilzen beträgt im langjährigen Schnitt (seit 1947/48) 645 Zentimeter. Sie hat sich seit 1947/48 deutlich erhöht. Es gibt in ganz Tirol keine Messstation in einem Dauersiedlungsgebiet, welche mit ähnlichen Neuschneesummen aufwarten kann.Abb. 1: Jährliche Neuschneesummen in Hochfilzen (960 m) von 1947/48 bis 2015/16. Daten: Hydrographischer Dienst des Landes Tirol.

 

2) Die mittlere jährliche maximale Schneehöhe in Hochfilzen beträgt im langjährigen Schnitt (seit 1928/29) 136 Zentimeter. Es gibt in ganz Tirol keine Messstation in einem Dauersiedlungsgebiet, welche diesen Wert überbieten kann. Seit 1928/29 ist statistisch keine Tendenz nachweisbar. Auffallend ist die hohe Variabilität der Schneemengen. Am 26. März 1944 wurde eine Mächtigkeit der Schneedecke von 274 Zentimeter, im Winter 2006/07 lediglich 52 Zentimeter gemessen.

Abb. 2: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen in Hochfilzen von 1928/29 bis 2015/16. Daten: Hydrographischer Dienst Tirol. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

3) Die jährliche Anzahl der Tage mit Schneebedeckung in Hochfilzen beträgt im langjährigen Schnitt (seit 1928/29) 150 Tage. Die aus Sicht der Statistik “längsten” Winter wurden in den 1970er Jahren registriert. Anfang der 1980er Jahre kam es zu einer Verkürzung der Winter, in den letzten 30 Jahren kann ein gleichbleibender Trend beobachtet werden.Abb. 3: Der Verlauf der jährlichen Anzahl der Tage mit Schneebedeckung in Hochfilzen von 1928/29 bis 2015/16. Daten: Hydrographischer Dienst Tirol. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Jahre mit später Bildung der Winterdecke (“Zuschneien”) in Hochfilzen

Anlässlich des späten Winterbeginnes 2015/16 und der aus diesem Grund emotional geführten Debatte über die “Schneesicherheit” der heimischen Skigebiete soll hier eine weitere interessante Information von den Daten des Hydrographischen Dienstes herausgefiltert werden. In welchen Jahren ist der Beginn der Winterdecke in Hochfilzen erst am Heiligen Abend oder später erfolgt?

Anm.: Die Winterdecke ist definiert als der längste ununterbrochene Zeitraum der Wintersaison mit einer geschlossenen Schneebedeckung. Der Volksmund spricht beim Beginn der Winterdecke vom “Zuschneien” bzw. “Einschneien”.

1920/21: 13. Jänner
1934/35: 01. Jänner
1939/40: 13. Jänner
1947/48: 08. Februar
1968/69 01. Februar
1987/88: 07. Jänner
1989/90: 24. Dezember
1992/93: 26. Jänner
1997/98: 28. Dezember
2002/03: 05. Jänner
2006/07: 24. Jänner
2015/16: 03. Jänner

 

Wie immer handelt es sich bei den Klimadaten auf www.zukunft-skisport.at um Betrachtungen “im Rückspiegel” und nicht um Prognosen. Seit dem Ende der “Kleinen Eiszeit” im 19. Jahrhundert sind die Temperaturen im Alpenraum allgemein stark angestiegen. Die alpinen Bergwinter sind seit Mitte der 1980er Jahre in einem Abkühlungstrend, während sich die Sommer markant erwärmt haben. Für den Skisport ist dies eine erfreuliche Atempause. Bei den Schneemengen in mittleren Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.000 Metern Seehöhe konnte nach Durchsicht der Daten der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste innerhalb der letzten 115 Jahre kein Abwärtstrend festgetellt werden. Der Klimawandel stellt für den Skisport im Alpenraum derzeit keine existentielle Bedrohung dar.