Schneemessreihen vom Semmering (988 m)

Der Tourismusort Semmering liegt am Semmering-Pass, welcher die Grenze zwischen den österreichischen Bundesländern Niederösterreich und Steiermark darstellt. Mit dem Bau der Semmeringbahn im Jahr 1854 wurde er ein beliebtes Ferienziel der Wiener “High Society”. Der Semmering entwickelte sich zuerst zu einer Desination der Sommerfrische, anschließend zunehmend auch zu einem beliebten Wintersportgebiet, vor allem ab der Zeit der letzten Jahrhundertwende. Es kann somit auf eine fast 120-jährige Skigeschichte zurückgeblickt werden.

Anbei finden Sie zwei Grafiken mit Daten der ZAMG, welche bis Anfang der 1980er Jahre zurückreichen. Die jährlichen maximalen Schneehöhen können ab 1983/84 analysiert werden, bei den Neuschneesummen liegen Daten ab 1984/85 vor. Datenlücken gibt es für die Wintersaisonen 1997/98 und 1998/99, bei den Neuschneesummen zusätzlich im Winter 2004/05. Diese Jahre werden in der statistischen Auswertung nicht berücksichtigt.

Die Abb. 1 zeigt den Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen am Semmering von 1983/84 bis 2013/14. Der Mittelwert beträgt 103 Zentimeter. Die Extremwerte in der Messreihe finden sich 1985/86 mit 198 Zentimeter und 2013/14 mit nur 27 Zentimeter Schneehöhe.

Der 5-jährig gleitende Durchschnitt (grün gestrichelte Linie) zeigt die größten Schneehöhen rund um den besonders schneereichen Winter 2005/06 und relativ geringe Schneehöhen zum Zeitpunkt der Jahrtausendwende. Es ist – bei Betrachtung der gesamten Messreihe – ein gleichbleibender Trend erkennbar.

Abb. 1: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen am Semmering (988 m) von 1983/84 bis 2014/15. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 1: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen am Semmering (988 m) von 1983/84 bis 2013/14. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

Die Abb. 2 zeigt den Verlauf der jährlichen Neuschneesummen am Semmering von 1984/85 bis 2013/14. Der Mittelwert beträgt 283 Zentimeter. Die Extremwerte in der Messreihe finden sich 1995/96 mit 501 Zentimeter und 2013/14 mit nur 123 Zentimeter Neuschneesumme.

Der 5-jährig gleitende Durchschnitt (grün gestrichelte Linie) zeigt die größten Neuschneesummen rund um den Winter 1993/94 und relativ geringe Werte in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende. Es ist – bei Betrachtung der gesamten Messreihe – ein gleichbleibender Trend erkennbar.

Abb. 2: Der Verlauf der jährlichen Neuschneesummen am Semmering (988 m) von 1984/85 bis 2013/14. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 2: Der Verlauf der jährlichen Neuschneesummen am Semmering (988 m) von 1984/85 bis 2013/14. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at


Wie immer handelt es sich bei den Klimadaten auf www.zukunft-skisport.at um Betrachtungen “im Rückspiegel” und nicht um Prognosen. Seit dem Ende der “Kleinen Eiszeit” im 19. Jahrhundert sind die Temperaturen im Alpenraum allgemein stark angestiegen. Die alpinen Bergwinter sind seit Mitte der 1980er Jahre in einem Abkühlungstrend, während sich die Sommer markant erwärmt haben. Für den Skisport ist dies eine erfreuliche Atempause. Bei den Schneemengen in mittleren Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.000 Metern Seehöhe konnte nach Durchsicht der Daten der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste innerhalb der letzten 115 Jahre kein Abwärtstrend festgetellt werden. Der Klimawandel stellt für den Skisport im Alpenraum derzeit keine existentielle Bedrohung dar.