Schneemessreihen vom Mitterberg (1.503 Meter)

Die so genannten „Ombrometer-Rapporte“ von Mitterberg (1.503 m, Gemeinde Mühlbach am Hochkönig) gehören laut dem Geographen und Gletscherforscher Univ.-Doz. i.R. Dr. Josef Goldberger zu den „ältesten geschlossenen Winteraufzeichnungen von Österreich“. Die täglichen Wetterbeobachtungen von Mitterberg (“Arthurhaus”) seit 1900/01 haben nur eine zweijährige Unterbrechung erfahren (1976 – 78). Diese Lücke konnte durch die Beobachtungen des Lawinenwarndienstes des Landes Salzburg am Arthurhaus ergänzt werden.

Die Aufzeichnungen zeigen, dass aktuell im 30-jährigen gleitenden Durchschnitt eine jährliche maximale Schneehöhe von 190 cm berechnet werden kann. In den ersten 30 Wintern der Messreihe war die durchschnittliche maximale Schneehöhe 170 cm. Von 1900/01 bis 2014/15 sind die maximalen Schneehöhen im 30-jährigen gleitenden Durchschnitt somit um 20 cm angestiegen. Das ist eine Zunahme um 12 %. Auch im linearen Trend (rote Linie) und im 10-jährigen gleitenden Durchschnitt (grün gestrichelte Linie) ist ein Anstieg der jährlichen maximalen Schneehöhen während der letzten 115 Jahre erkennbar. Der Kriegswinter 1943/44 markiert am Mitterberg in Mühlbach die größte jemals aufgezeichnete Schneehöhe: 375 cm. Arithmetisches Mittel: 190 cm. Standardabweichung: 54,6 cm.

Abb. 1: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen am Mitterberg (1.503 Meter, Gemeinde Mühlbach am Hochkönig) von 1900/01 bis 2014/15. Daten: Familie Radacher, LWD Salzburg, Dr. Josef Goldberger. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 1: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen am Mitterberg (1.503 Meter, Gemeinde Mühlbach am Hochkönig) von 1900/01 bis 2014/15. Keine Werte: 2009/10. Daten: Familie Radacher, LWD Salzburg, Dr. Josef Goldberger. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

Die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung ist laut Goldberger seit 1902/03 plausibel. Im gleitenden 30-jährigen Durchschnitt stiegen die Schneetage am Mitterberg in diesen 113 Jahren von 153 auf 172 Schneetage an. Das ist eine Zunahme von 19 Tagen oder 12 %. Auch im linearen Trend (rote Linie) und im 10-jährigen gleitenden Durchschnitt (grün gestrichelte Linie) ist ein Anstieg der Tage mit Scheebedeckung während der letzten 113 Jahre erkennbar. Standardabweichung der Messreihe: 30 Tage. Arithmetisches Mittel: 171 Tage.

Abb. 2: Der Verlauf der jährlichen Anzahl der Tage mit Schneebedeckung am Mitterberg (1.503 Meter, Gemeinde Mühlbach am Hochkönig) von 1900/01 bis 2014/15. Daten: Familie Radacher, LWD Salzburg, Dr. Josef Goldberger. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 2: Der Verlauf der jährlichen Anzahl der Tage mit Schneebedeckung am Mitterberg (1.503 Meter, Gemeinde Mühlbach am Hochkönig) von 1902/03 bis 2014/15. Keine Werte: 2009/10 bis 2012/13. Daten: Familie Radacher, LWD Salzburg, Dr. Josef Goldberger. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

Zu den Neuschneesummen gibt es keine Aufzeichnungen.

Die Aufzeichnungen am Mitterberg werden seit Generationen von der Familie Radacher (Arthurhaus) und vom Lawinenwarndienst des Landes Salzburg durchgeführt. Eine umfangreiche Dokumentation und Analyse der Datenreihen (1900/01 bis 2006/07) wurde von Univ.-Doz. i.R. Dr. Josef Goldberger und von Dr. Peter Nave durchgeführt. In der vorliegenden Aufzeichnung fehlen bei den Tagen mit Schneebedeckung die Winter 2009/10 bis 2012/13, bei den maximalen Schneehöhen fehlt lediglich der Winter 2009/10.

 

Wie immer handelt es sich bei den Klimadaten auf www.zukunft-skisport.at um Betrachtungen “im Rückspiegel” und nicht um Prognosen. Seit dem Ende der “Kleinen Eiszeit” im 19. Jahrhundert sind die Temperaturen im Alpenraum allgemein stark angestiegen. Die alpinen Bergwinter sind seit Mitte der 1980er Jahre in einem Abkühlungstrend, während sich die Sommer markant erwärmt haben. Für den Skisport ist dies eine erfreuliche Atempause. Bei den Schneemengen in mittleren Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.000 Metern Seehöhe konnte nach Durchsicht der Daten der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste innerhalb der letzten 115 Jahre kein Abwärtstrend festgetellt werden. Der Klimawandel stellt für den Skisport im Alpenraum derzeit keine existentielle Bedrohung dar.