Statistiken über die Schneemengen in Saalfelden

Anbei finden Sie Auswertungen einer lückenlosen Statistik über die Entwicklung der Schneemengen in Saalfelden (Salzburger Pinzgau, Österreich) seit 1970/71. Das Messfeld befindet sich auf 770 Meter Seehöhe und liegt somit etwas oberhalb des Saalfeldener Talbodens. Die Daten werden von DI Horst Nöbl für den Hydrographischen Dienst des Landes Salzburg erhoben.

1) Jährliche maximale Schneehöhen in Saalfelden (770 m) seit 1970/71

Schlussfolgerungen:
:: Die maximalen Schneehöhen sind im linearen Trend seit 1970/71 statistisch unverändert.
:: Die Trendlinie (lineare Regression, rote Linie) ist annähernd neutral.
:: Der gleitende 10-jährige Durchschnitt (grüne Linie) beginnt bei 66 und steht derzeit bei 68 cm.
:: Die größten Schneehöhen seit 1970: 135 cm in den Wintern 2004/05 sowie 2011/12.

Vielen Dank an Herrn DI Horst Nöbl für seinen jahrzehntelangen Einsatz!

    Abb. 1: Der Verlauf der maximalen Schneehöhen in Saalfelden (Messfeld auf 770m Seehöhe) von 1970/71 bis 2014/15. Daten: DI Horst Nöbl und Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 1: Der Verlauf der jährlichen maximalen Schneehöhen in Saalfelden (Messfeld auf 770m Seehöhe) von 1970/71 bis 2014/15. Daten: DI Horst Nöbl und Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

2) Jährliche Anzahl der Tage mit Schneebedeckung in Saalfelden (770 m) seit 1970/71

Die Abb. 2 beschreibt die „Länge des Winters“. Die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung ist von großer touristischer Bedeutung, da diese Kennzahl hoch mit der Anzahl der Tage mit gespurten Langlaufloipen bzw. präparierten Winterwanderwegen korelliert.

Schlussfolgerungen:
:: Seit 1970/71 sind die Winter in Saalfelden „kürzer“ geworden, die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung hat abgenommen. .
:: Der lineare Trend (rote Linie) sinkt von 130 auf 110 Tage.
:: Der 10-jährige gleitende Durchschnitt (grüne Linie) sinkt von 129 auf 110 Tage.
:: Besonders lange Winter wurden in den 1970er Jahren registriert.
:: Betrachtet man die Winter seit 1982/83, so ist keine signifikante Veränderung bei der jährlichen Anzahl der Tage mit Schneebedeckung feststellbar.

Abb. 2: Die jährliche Anzahl der Tage mit Schneebedeckung  in Saalfelden (Messfeld auf 770m Seehöhe) von 1970/71 bis 2014/15. Daten: DI Horst Nöbl und Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 2: Die jährliche Anzahl der Tage mit Schneebedeckung in Saalfelden (Messfeld auf 770m Seehöhe) von 1970/71 bis 2014/15. Daten: DI Horst Nöbl und Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg. Grafik: www.zukunft-skisport.at


Zusatzanmerkung des Leiters der Saalfeldener Messreihe, DI Horst Nöbl, im März 2014:
„Die Neuschneemengen sind temperaturabhängig, das heißt, dass bei höheren Temperaturen für die gleiche Schneehöhe eine größere Niederschlagsmenge erforderlich ist (1mm Niederschlag ergibt bei tiefen Temperaturen rund 2cm Schnee, bei Temperaturen um 0 Grad nur 1cm). Die derzeit höheren Wintertemperaturen verursachen geringere Neuschneesummen und gleichbleibende Schneehöhen, weil die Setzung bereits während des Niederschlags stattfindet. Neben dem 10-jährig gleitenden Durchschnitt ist auch der Vergleich der monatlichen Schneehöhen interessant, er beweist nämlich, dass es im Jänner, Februar und März der letzten zehn Jahre größere Schneehöhen gegeben hat als im Durchschnitt aller Beobachtungsjahre.“

Wie immer handelt es sich bei den Klimadaten auf www.zukunft-skisport.at um Betrachtungen “im Rückspiegel” und nicht um Prognosen. Seit dem Ende der “Kleinen Eiszeit” im 19. Jahrhundert sind die Temperaturen im Alpenraum allgemein stark angestiegen. Die alpinen Bergwinter sind seit Mitte der 1980er Jahre in einem Abkühlungstrend, während sich die Sommer markant erwärmt haben. Für den Skisport ist dies eine erfreuliche Atempause. Bei den Schneemengen in mittleren Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.000 Metern Seehöhe konnte nach Durchsicht der Daten der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste innerhalb der letzten 115 Jahre kein Abwärtstrend festgetellt werden. Der Klimawandel stellt für den Skisport im Alpenraum derzeit keine existentielle Bedrohung dar.