Wirtschaftsdaten Italien

Italien hat mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und wird für den Skitourismus auf Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – hinaus kein Wachstumsmarkt sein.

Sinnbild der wirtschaftlichen Entwicklung am Apennin ist der Niedergang seiner Schlüsselindustrie, der Fahrzeugproduktion. Noch im Jahr 1989 wurden fast 2 Millionen PKW produziert, während dieser Wert bis zum Jahr 2013 auf 376.000 schrumpfte. Dies ist ein Rückgang von 80,7 Prozent innerhalb von nur 25 Jahren, und ein Rückfall auf den selben Wert wie im Jahr 1958. Quelle Chart: www.querschuesse.de

Abb. 1: Die PKW-Produktion in Italien von 1925  bis 2013.

Abb. 1: Die PKW-Produktion in Italien von 1925 bis 2013.

 

 

Doch nicht nur ist Italien diese wichtige Exportindustrie abhanden gekommen, auch der heimische Konsum entwickelt sich wenig erfreulich. Anbei ein Chart (Quelle: www.querschuesse.de), welcher die PKW-Neuzulassungen von Italien seit 1946 zeigt. Zum Hoch im Jahr 2007 mit 2,491 Millionen PKW-Neuzulassungen betrug der Einbruch -47,4%! Und das innerhalb von nur 6 Jahren. Derzeit befinden sich die PKW-Neuzulassungen auf einem Niveau wie 1968.

 

Abb. 2: Die jährlichen PKW-Neuzulassungen in Italien von 1946 bis 2013.

Abb. 2: Die jährlichen PKW-Neuzulassungen in Italien von 1946 bis 2013.

 

Auch die Entwicklung der Staatsverschuldung lässt auf einen negativen Ausblick schließen. Diese steigt seit 1960 fast exponentiell an und liegt aktuell bei 2.150 Milliarden Euro. Seit 1997 haben die Brutto-Staatsschulden um mehr als 75% zugenommen. Sollte der italienische Staat jemals gezwungen sein, seinen Haushalt zu sanieren, wird die Wirtschaftskraft Italiens weiter sinken, da die Sanierung praktisch nur einnahmenseitig (neue und/oder höhere Steuern) oder ausgabenseitig (eine Reduktion der staatlichen Transferzahlungen) erfolgen kann. Grafik: www.querschuesse.de.

Abb. 3: Die Brutto-Staatsverschuldung von Italien von 1960 bis 2014.

Abb. 3: Die Brutto-Staatsverschuldung von Italien von 1960 bis 2014.

Die wirtschaftlichen Probleme Italiens spiegeln sich auch in den touristischen Kennzahlen wider. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Winter-Nächtigungen italienischer Touristen in Tirol seit Beginn der Wirtschaftskrise im Tourismusjahr 2007/08. Die Rückgänge bei den Nächtigungen waren bis zum Winter 2012/13 noch moderat. Dies könnte daran liegen, dass jene Italiener, welche in Tirol Urlaub machen, eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft im Vergleich zum italienischen Durchschnitt haben. Datenquelle: Tirol Werbung GmbH.

Die Winter-Nächtigungen aus Italien in Tirol von 2007/08 bis 2013/14.

Abb. 4: Die Winter-Nächtigungen aus Italien in Tirol von 2007/08 bis 2013/14.

 

Die Entwicklung des Massenphänomens Skisport im Alpenraum hängt stets von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Bis zum Wirtschaftswunder nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war der Skisport eine Freizeitbeschäftigung der “Eliten”, d.h. ein Luxussport. Erst ab den 1950er Jahren entwickelte er sich langsam zu einem Massensport. Ab den 1980er Jahren ist eine Phase der Stagnation zu beobachten gewesen, während seit den 1990er Jahren rückläufige Tendenzen zu erkennen sind. Die Anzahl der Skifahrer nimmt ab. Es liegt die Vermutung nahe, dass der wirtschaftliche Niedergang weiter Teile Europas hier eine Rolle spielt.