Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm

Der Kitzbüheler Hahnenkamm ist der berühmte Hausberg der Gamsstadt. Die Messstation Ehrenbachhöhe befindet sich auf einer Seehöhe von 1.790 Meter. Seit 1993/94 gibt es amtliche Messdaten. Anbei sehen Sie zwei Charts, welche die Entwicklung der mittleren Wintertemperaturen (jeweils von 01. Dezember bis 28. Februar) am Kitzbüheler Hahnenkamm zeigen. Die Daten stammen von der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Von 1993/94 bis 2014/15 sind die mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm im linearen Trend (rote Linie) von minus 2,5 Grad Celsius (siehe Formel im Diagramm) auf minus 3,9 Grad C gefallen, das heißt um 1,4 Grad Celsius. Siehe dazu die Abb. 1:

 

Abb. 1: Die Entwicklung der mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm (Station Ehrenbachhöhe, 1.790 m) von 1993/94 bis 2014/15. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 1: Die Entwicklung der mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm (Station Ehrenbachhöhe, 1.790 m) von 1993/94 bis 2014/15. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

Die Abbildung 2 zeigt die jährlichen Abweichungen der mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm zum regionalen Klimamittel der Jahre 1993/94 bis 2014/15 (= Minus 3,20 Grad C) in Grad Celsius. 9 der letzten 13 Winter waren kälter als das langjährige Mittel:

 

Abb. 2: Die jährlichen Abweichungen der mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm (1.790 m) zum regionalen Klimamittel 1993/94 bis 2014/15 in Grad Celsius. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

Abb. 2: Die jährlichen Abweichungen der mittleren Wintertemperaturen am Kitzbüheler Hahnenkamm (1.790 m) zum regionalen Klimamittel 1993/94 bis 2014/15 in Grad Celsius. Daten: ZAMG. Grafik: www.zukunft-skisport.at

 

Aufgrund einer kleinräumigen Versetzung der Messstation im Jahr 1993 ist die Messreihe der ZAMG zeitlich begrenzt. Ältere Messdaten müssen erst von Experten der ZAMG homogenisiert werden.

Wer an längeren Zeitreihen für den Kitzbüheler Hahnenkamm interessiert ist, dem sei die Messreihe der Wintertemperaturen auf der Schmittenhöhe seit 1895/96 empfohlen, welche eine fast 100%ige Korrelation zu den Hahnenkamm-Daten aufweisen kann. Die Messreihe vom Kitzbüheler Hahnenkamm und jene der nur 29 km Luftlinie entfernten Schmittenhöhe weisen für die Zeitspanne von 1993/94 bis 2014/15 ein R² (Bestimmtheitsmaß) von 0,99 auf!!

In Kombination mit den Daten der Schmittenhöhe können mit größter statistischer Wahrscheinlichkeit (r² = 0,99) folgende Aussagen für den Kitzbüheler Hahnenkamm getroffen werden:
1) In den letzten 30 Jahren (seit 1985/86) ist die mittlere Wintertemperatur im linearen Trend
um 1,3 Grad Celsius gesunken.

2) In den letzten 45 Jahren (seit 1970/71) sind die mittleren Wintertemperaturen unverändert
3) In den letzten 120 Jahren (seit 1895/96) haben sich die Winter im 30-jährigen Schnitt um
1,0 Grad erhöht.
Dies entspricht einem Anstieg der natürlichen Schneegrenze um etwa 160 Meter.

Wie immer handelt es sich bei den Klimadaten auf www.zukunft-skisport.at um Betrachtungen “im Rückspiegel” und nicht um Prognosen. Seit dem Ende der “Kleinen Eiszeit” um 1850 sind die Temperaturen im Alpenraum allgemein stark angestiegen. Derzeit ist in den  Alpen bezüglich der Jahres-Mitteltemperaturen ein Trend zur Stagnation der Erwärmung feststellbar. Die Winter sind seit 1984/85 in einem Abkühlungstrend. Für den Skisport ist dies eine erfreuliche Atempause. Univ.-Prof. em. Dr. Michael Kuhn (Universität Innsbruck): “Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass die Tendenz zur winterlichen Abkühlung endet.“